Bildung vorausgedacht

Der Münzmeister

Sie führen die Münzstätte einer kleinen Reichsstadt im dritten Jahr des Krieges. Der Rat braucht Geld, der Landesherr drängt, und das gute Geld verschwindet aus dem Umlauf. Jede Szene endet mit dem, was damals wirklich geschah.

WerkstattplanEntscheidenrund 15 MinutenFortschritt wird geladen …

Feingehalt der Münze

900 / 1.000

Vertrauen in die Münze

70

Stadtkasse

40

Unruhe in der Stadt

20

Szene I von IX

Ratsstube, Februar 1621

Der Rat braucht Geld

Der Krieg ist im dritten Jahr, und die Stadtmauer im Süden ist an zwei Stellen brüchig. Der Rat rechnet mit achttausend Gulden und hat sie nicht. Der Bürgermeister sieht Sie an: „Ihr habt doch die Münze.“

Ihre Durchgänge

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Die Kipper- und Wipperzeit, in fünf Absätzen

Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges brauchten die Kriegsparteien Geld, und das Münzrecht lag bei Hunderten von Reichsständen. Ab 1619 begannen immer mehr von ihnen, den Silbergehalt ihrer Münzen zu senken – zunächst bei den kleinen Nominalen, mit denen im Alltag bezahlt wurde, weil das dort am wenigsten auffiel.

Wer schlechteres Geld prägte, konnte damit gutes Geld einkaufen. Aus dieser Möglichkeit wurde ein Gewerbe: Wechsler wogen mit empfindlichen Waagen – „Wippen“ – die vollwertigen Stücke heraus, schmolzen sie ein und brachten leichtere zurück in den Umlauf. Daher der Name.

Weil jeder Münzstand damit rechnen musste, dass der Nachbar es ebenfalls tat, war Nichtstun teuer und Mitmachen billig. Die Preise vervielfachten sich, je nach Ort und Ware sehr unterschiedlich stark. Löhne wurden in Naturalien gezahlt, Verträge auf Monate statt auf Jahre geschlossen.

Beendet wurde die Sache 1623 – nicht durch Einsicht einzelner Stände, sondern durch eine abgestimmte Rückkehr zum Münzfuß von 1559. Die verschlechterten Münzen wurden eingezogen und umgeprägt, und die Inflation endete innerhalb weniger Monate. Bezahlt wurde das überwiegend von denen, die zuletzt schlechtes Geld in der Hand hielten.

Bis 1923 war diese Episode der zentrale Bezugspunkt, wenn im deutschsprachigen Raum von Geldentwertung die Rede war. Danach war sie es nicht mehr – nicht weil sie weniger schlimm gewesen wäre, sondern weil sie dreihundert Jahre zurücklag.

Warum niemand einfach aufhören konnte

Eine einzelne Stadt, die am alten Fuß festhielt, verlor ihr gutes Geld an die Nachbarn und behielt deren schlechtes. Das ist der Grund, warum die Lösung von 1623 eine gemeinsame sein musste – und warum das Rollenspiel oben in den ersten acht Szenen keine gute Möglichkeit anbietet, sondern nur unterschiedlich teure.

Was das Spiel absichtlich weglässt

Den Krieg. Zwischen 1618 und 1648 starb je nach Region ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung; Einquartierungen, Plünderungen und Seuchen bestimmten das Leben weit mehr als der Feingehalt der Stadtmünze. Neun Entscheidungen über Münzfuß und Stadtkasse sind ein Ausschnitt und geben nicht vor, mehr zu sein.

Innenraum einer frühneuzeitlichen Münzstätte mit Stockwerk-Prägewerk, Zainen, Waage und Kerzenlicht, ohne Personen.KI-Bild

Erfundene Stadt, echte Geschichte

Die Stadt, der Rat und der Landesherr sind erfunden, ebenso alle Zahlen der Spielmechanik. Die Kästen „Was damals wirklich geschah“ sind es nicht: Münzpacht, Wippen, Preistaxen, Kupellation und die Rückkehr zum Münzfuß von 1559 sind dokumentiert.

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