Bildung vorausgedacht

Die Schmelze

Wie aus einer Tonne Gestein ein Barren wird: Aufbereitung, Doré-Barren, Raffination, Feingehalt, Guss oder Prägung, Punzierung. Die Elektrolyse und der Guss sind zum Anfassen, und die Rechenbank am Ende rechnet Karat, Feingehalt und Unzen ineinander um.

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Schritt 01 von 7

Das Erz

Am Anfang steht Gestein, und darin steckt sehr wenig. Moderne Tagebaue arbeiten mit Gehalten von etwa 0,5 bis 2 Gramm Gold je Tonne Erz; im Untertagebau liegen die Gehalte höher, dafür ist die Förderung aufwendiger. Ein Ehering aus 18-karätigem Gold enthält rund 4 Gramm Feingold – für die Menge müssen, je nach Lagerstätte, mehrere Tonnen Gestein bewegt und aufbereitet werden.

  • Der Gehalt entscheidet, ob eine Lagerstätte überhaupt abgebaut wird.
  • Neben dem Gehalt zählen Tiefe, Gesteinshärte, Wasser und Infrastruktur.
  • Ein erheblicher Teil des jährlichen Angebots stammt nicht aus Minen, sondern aus Recycling.
1,5 g/t

Tagebau liegt meist bei 0,5 bis 2 g/t, Untertagebau höher.

100 g

Zu bewegendes Erz

67t

Das entspricht

24,7m³

ein Würfel von rund 2,9 m Kantenlänge

Gerechnet mit einer Gesteinsdichte von 2,7 t/m³. Ohne Abraum, ohne Ausbeuteverluste – in der Praxis ist beides erheblich. Eine Modellrechnung, keine Betriebskalkulation.

Erz24,7 m³
Gold100 g5,2 cm³

0 / 7 Schritte gesehen

Acht Formate, maßstäblich

Vom Ein-Gramm-Plättchen bis zum Barren des Großhandels. Zehnmal so schwer heißt nicht zehnmal so groß – die Grundfläche wächst langsamer als die Masse.

Seitlich scrollen – die Reihe geht bis zum Barren des Großhandels.

Draufsicht

Seitenansicht, gleicher Maßstab

Beide Ansichten im selben Maßstab: 250 mm Länge des Good-Delivery-Barrens entsprechen der vollen Breite. Die Zahlen unter der Seitenansicht sind die rechnerischen Höhen in Millimetern.

Masse

100,0 g

Grundfläche

49 × 29mm

Rechnerische Höhe

3,64mm

Herstellung

Prägung

Der häufigste geprägte Barren.

Woher die Zahl stammt

Die Höhe ist nicht abgeschrieben, sondern aus Masse, Golddichte (19,32 g/cm³) und Grundfläche gerechnet. Bei gegossenen Formaten ist sie ein Mittelwert: die Oberseite ist gewölbt und die Flanken laufen schräg, ein Messschieber misst dort mehr.

Die zwei Raffinationswege

Sie stehen nicht gegeneinander, sondern hintereinander: Miller bringt die Schmelze schnell auf Good-Delivery-Niveau, Wohlwill holt die letzten Zehntel heraus.

1867

Miller-Verfahren

nach Francis Bowyer Miller

Chlorgas wird durch die Schmelze geblasen; Begleitmetalle werden zu Chloriden.

Erreicht
rund 995 Tausendstel
Größenordnung Dauer
Stunden

1874

Wohlwill-Elektrolyse

nach Emil Wohlwill

Der vorgereinigte Barren hängt als Anode in Goldchlorid-Lösung; an der Kathode scheidet sich Feingold ab.

Erreicht
999,9 Tausendstel und mehr
Größenordnung Dauer
Tage

Warum Schmuck fast nie aus Feingold ist

Reines Gold hat eine Mohshärte von 2,5 – es lässt sich mit einem Fingernagel markieren und verliert im Alltag Kanten und Fassungen. Legierungen mit Kupfer und Silber machen es hart genug; der Preis dafür ist der geringere Feingehalt.

Warum es gegossene und geprägte Barren gibt

Guss ist bei großen Massen der einfachere Weg und braucht keine Walzstraße. Prägung erzeugt exakte Maße und glatte Flächen – ein Vorteil, der am Prüfstand unmittelbar spürbar wird: bei einem Gussbarren kann der Messschieber nichts ausrichten.

Flüssiges Metall läuft aus einem Graphittiegel in eine offene Barrenkokille; Funken und Hitzeflimmern über der Form.KI-Bild
Ein faustgroßes graues Gesteinsstück neben einem winzigen Goldkorn auf einer weißen Prüfschale, im Größenvergleich.KI-Bild

Woher die Zahl stammt

Verfahrensnamen, Jahreszahlen und Erfinder nach der Standardliteratur zur Edelmetallmetallurgie; die Kennzahlen der Londoner Good-Delivery-Norm nach den veröffentlichten Regeln der London Bullion Market Association. Die Modelle für Elektrolyse und Guss sind Vereinfachungen für diese Station.

Weiter zu den Eigenschaften der vier Metalle

Die Edelmetall-Werkstatt vermittelt Wissen zu Werkstoffen, Handwerk und Geschichte. Es findet keine Beratung, keine Bewertung, keine Eignungsprüfung und keine Empfehlung durch die Plattform statt. Es werden keine Preise und keine Kursdaten genannt. Alle Rechen- und Simulationsmodule sind stark vereinfachte Modellrechnungen und keine Prognose; die tatsächliche Entwicklung kann davon abweichen. Der Fortschritt bleibt auf diesem Gerät und wird nirgendwohin übertragen.